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Als eine Utopie wurde sie erbaut, die Stadt Brasília, Hauptstadt von Brasilien. Architekt Oscar Niemeyer erschuf die Pläne für den Bau der Stadt, die von 1956 bis 1960 errichtet wurde. Eine Ausstellung in der Kunsthalle Kiel zeigt nun Fotografien einer Utopie ohne Leben.
Es sind Bilder, die zwölfstündigen Langzeitbelichtungen unterzogen wurden. Das Leben und die Menschen werden unter dieser Dauer unsichtbar. Die Bewohner scheinen verschwunden und einzig ein- und ausparkende Autos konnten noch ein paar Bewegungsschärfen bewirken.
Dafür zeigt sich der Verlauf der Sonne auf vielen Fotografien, wobei es weder einen Schatten, noch Lebendigkeit in irgendeiner Art gibt. Die Stadt wirkt inszeniert und erzählt nichts über das Leben seiner Bewohner. Zwischen 2003 und 2010 machten Kim und Weseley die Aufnahmen zu „Archiv Utopia“, von denen nun 32 Großformate ausgestellt werden. So soll in der Kunsthalle Kiel mit der Ausstellung die Annäherung an den Mythos der Hauptstadt Brasília sein. Treten die Menschen in den Hintergrund, wird die eigentliche Rolle der Stadt als architektonische Ikone deutlich. Seit 1987 gehört sie zum Weltkulturerbe der UNESCO. Maßgebend für die Architekturgeschichte, wird Brasília jährlich von vielen Touristen besucht.
Die Ausstellung zeigt auch Aufnahmen aus der Bauphase der Stadt, die anfangs nur schwierig besiedelt werden konnte. Es waren ebenso viele gegen wie auch für den Bau der Hauptstadt, die nicht viel Popularität erlangen konnte. Erst nach langer Zeit und durch Nachdruck der Regierung, konnte man bis 1972 auch alle Staatsbeamten dazu bewegen, sich in Brasília anzusiedeln. Wenn das Budget vorhanden war, wichen am Wochenende viele auf Zweitwohnungen in Sao Paulo oder Rio de Janeiro zurück und der Hoffnung, neben den überfüllten Metropolen eine lebhafte neue Hauptstadt zu erschaffen, wurde keinerlei Nährboden gegeben.
Das zeigen Kims und Weselys Fotografien auf unleugbare Weise. Was utopischer Architektur entsprang konnte nicht zu einem lebenswerten Ort werden.

'Bürokratie', Quelle: André Benedix_flickr
Es ist schon ein Dschungel der Paragraphen, in dem wir Deutschen uns zurechtfinden müssen. Dabei sind viele Gesetzestexte so formuliert, dass man sie verschieden interpretieren kann und sie somit von vielen zu ihren Gunsten ausgelegt werden. Oftmals haben solche Grauzonen rechtliche Streite zur Folge. In vielen Fällen hilft dann da nur noch ein richterliches Urteil, um zu schlichten.
Besonders wenn es um Titel geht, muss man in Deutschland spätestens seit der Guttenberg-Affäre ganz vorsichtig sein. Zu Unrecht getragene Auszeichnungen und Namenszusätze können sogar ganze Firmen in Misskredit bringen.
Erst vor Kurzem entschied der Verwaltungsgerichtshof, dass die Bezeichnung „Architekturbüro Baumeister XY“ nicht gegen das Ziviltechnikergesetz verstößt. Die Frage ist natürlich: ab wann darf sich ein Unternehmen als „Architekturbüro“ bezeichnen?
Streitpunkt ist die Frage, inwieweit sich Nicht-Ziviltechniker-ArchitektInnen so nennen dürfen, ohne sich damit einen nicht erlaubten Wettbewerbsvorteil zu verschaffen.
Ein ausgebildeter Baumeister darf seine Firma demnach nicht Architekturbüro nennen, solange er keine ArchitektInnen im Sinne des Ziviltechnikergesetzes beschäftigt – selbst, wenn die Firma Bauplanungs- und Betreuungsleistungen durchführt.
Die unsachgemäße Bezeichnung als Architekturbüro wäre zum einen ein Verstoß gegen §1 UWG (Anwendung „unlauterer Geschäftspraktiken“) und zum anderen ein Vergehen gegen §2 UWG (Täuschung durch „irreführende Geschäftspraktiken“). Man muss ganz ehrlich zugeben, dass diese Gesetzesentwürfe nach vielen Richtungen ausgelegt werden können. Ein Firmenbesitzer sollte sich deshalb vor der Benennung seines Betriebes rechtlichen Beistand suchen und ganz genau prüfen, welche Titel er tragen darf und welche nicht. Allein die falsche Bezeichnung kostet ein Unternehmen Unsummen an Strafgeldern und kann im schlimmsten Fall zum Entzug des Gewerberechtes führen. Natürlich kommt es auch nicht in jedem Falle zur Anklage. Doch gerade, wenn man von scharfer Konkurrenz überschattet wird, sollte man sich absichern. Eine Anzeige hat man schneller am Hals, als man denkt…

Brit Insurance Designs, Quelle: Miles Davis (Smiley)_flickr
In diesem Jahr wurde der renommierte „Brit Insurance Design Award“ für Architektur an ein Architekturbüro in Leipzig namens „KARO* architekten“
Das Team von drei Personen stellte 2009 eine Bibliothek für die Anwohner des Ortsteils Salbke in Magdeburg auf die Beine. Unter dem Namen „Lesezeichen für Salbke“ wurde das Projekt unter anderem aus recycelten Fassadenelementen erstellt, die von einem alten Kaufhaus kommen. Auch Aluformteile stammen von einem ehemaligen Horten-Warenhaus aus Hamm, das im Jahr 2007 abgerissen worden ist.
Magdeburg muss noch immer um seinen Platz in der Gegenwartskultur ringen und bringt wenig Flair mit seiner Block- und Lückenbebauung aus DDR-Zeiten und den immer noch sichtbaren Kriegssschäden. Der Award für das „Lesezeichen“ lässt deshalb ein bisschen frischen Wind zwischen die Häuser wehen. In 2005 noch stand noch eine „Probebibliothek“ von KARO* architekten aus 1000 Bierkisten für zwei Tage dort. Damit sollte erst einmal nur die Resonanz einer solchen Idee festgestellt werden, doch Anwohner führten diese neue Idee mit Begeisterung fort Denn schon in den achtziger Jahren gab es in diesem Ortsteil eine Bücherei, die abbrannte. Diese neue Möglichkeit wurde also gleich beim Schopfe gepackt, das Engagement belohnt und man konnte den Buchbestand mit Hilfe von Spenden in kurzer Zeit weit hinaus wachsen lassen, auf 10 000 Bände.
Schon zwischen Halle und Hoyerswerda befasste man sich mit dem Schrumpfen der Stadt, den Leerständen und der Arbeitslosigkeit, doch hier wurde tatsächlich etwas in die Realität umgesetzt.
Die Londoner Preisjury sah in der Arbeit „eine zum Nachdenken anregende Wiederverwertung“ und die „KARO* architekten“ setzten sich damit von riesigen Hochhäuser und dem Vitra-Haus ab.

Guggenheim, NY, Quelle: akimasa0405_flickr
Das New Yorker Guggenheim Museum kooperiert seit Mai mit der deutschen Automobilfirma BMW. Doch das Projekt, welches nun vorgestellt wurde, ist viel mehr, als übliches Kultur-Sponsoring. Es ist nicht nur Kunst, sondern Zukunftsorientierung.
Dabei planen zwei Guggenheim-Kuratoren mit der finanziellen Hilfe von BMW eine Future Lab, welches innerhalb von sechs Jahren eine Weltreise machen soll.
Das japanische Architekten Team Bow-Wow präsentierte im Mai den Pavillon aus Kohlefasern, der ab 3. August bis 16. Oktober im New Yorker East Village Station machen wird. ab 2012 wird er in Berlin zu sehen sein und danach geht es schließlich nach Asien.
In diesem mobilen Laboratorium soll unter Beteiligung der Öffentlichkeit nach neuen Strategien und Lösungen für das urbane Leben in Großstädten gesucht werden.
Dabei reisten Teilnehmer der ersten Runde aus Nigeria, Kanada, den Niederlanden und auch aus der Nachbarschaft, der Bronx an.
Themen, die angesprochen wurden, waren Stresshormone der Großstädter,welche sich im Speichel nachweisen ließen, Abwassersysteme, die Müllentsorgung, Demokratie in der Stadt und das Mitspracherecht sozial schwächerer Menschen. Es ging jedoch nicht nur um Probleme. Die Stadt, als Ausgangspunkt vieler positiver Interaktionen war z.B. auch ein Punkt.
Nach langen Beratungen steht das Thema der ersten Welttournee nun fest: Confronting Comfort-Komfort oder Behaglichkeit konfrontieren.
Nach drei Jahren wird ein neues Architekten-Team das nächste Forschungslabor schaffen, welches dann auch wieder zwei Jahr um die Welt reisen wird.
Wofür die Welttournee gut sein soll? 2030 sollen laut Studien mehr als 70 Prozent der Bevölkerung in der Stadt leben. Dies sollte Grund genug sein, einmal mehr über das Leben in der Stadt nachzudenken.