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Bauwesen

Vierscheibenhaus, Foto von Claus Moser/flickr.com

Vierscheibenhaus, Foto von Claus Moser/flickr.com

Vor 50 Jahren begann alles mit dem deutschen Wirtschaftswunder im Januar 1961. Das damals größte Bauvorhaben Europas startete zu dieser Zeit mit dem Jacobsen-Gebäude. Inspiriert vom Thyssen-Haus in Düsseldorf, setzte sich das „Vierscheibenhaus“ im Wettbewerb damals gegen seine Konkurrenten durch.

Da in der City Nord nur etwa 40 Meter hoch gebaut werden durfte, brachte Jacobsens Projekt vier Scheiben hervor, um sie flach zu halten.

Im März 1969 wurde dann eröffnet, wobei Jacobsen in Gedanken schon neue Ideen formte. So errichtete er für die HEW ein 13-stöckigen Neubau von 153 Metern Länge. Mittig und seitlich mit Scheiben versehen, auch Zwischenräume verglast und schmale Bausteine aus hellem Naturstein kamen hier zum Einsatz. Die Fensterscheiben aus bronziertem Glas spiegeln, je nach Betrachtungswinkel und Sonneneinstrahlung die verschiedensten Farben und Strukturen.

Das erste Hochhaus mit nicht tragender Glasfassade wurde 1958 von Mies van der Rohe errichtet; Jacobsen verwendete Gleiches im Kopenhagener SAS Hotel und von den Bewohnern zum hässlichsten Bau der Stadt gewählt.

Das HEW-Gebäude gehört heute Vattenfall und ist für flexible Büros ausgerichtet. Empfangen werden seine Besucher von einem Steinboden, Tresen und Wandpaneelen aus Birnbaum und blauen Säulen. Die Arbeitszimmer hielt Architekt Jacobsen in kühlen Tönen. Im Untergeschoss öffnet sich die Kantine durch eine Glaswand zum Garten und auch ein im Foyer allseitig verglastes Auditorium, das “Aquarium” genannt wird. Glaszylinder in Deckenhöhe sorgen dabei  für Tageslicht. Parallel zum Haus befinden sich Terassen und akkurate Rasenflächen mit zu Kuben geschnittetenen Hecken.

 

Hier zeigt sich ein weiteres Mal, Jacobsen war Perfektionist und liebte die Ordnung. Manchmal arbeitete er über ein Jahr lang an einem Stuhlentwurf und ordnete seine Tassen in exakt gleicher Achse an.

Der striktenn Ordnung sei Dank, dass man Jacobsens größtem Werk in der Hamburger City Nord das Alter von über 40 Jahren nicht ansieht. Auch ist es das letzte Werk des Architekten, dessen Vollendung er noch miterleben durfte.

TU München, Quelle: heipei_flickr

In diesem Jahr fand zum zweiten Mal der Baumeister Studentenwettbewerb unter dem Motto „Zurück in die Stadt – Bauen in der Lücke” statt, bei dem sich 151 Studenten von verschiedenen deutschen Hochschulen der Aufgabe stellten innerstädtische Baulücken mit innovativen und nachhaltigen Ideen zu füllen und das im Rahmen eines Semesterprojekts. Aus den dabei entstandenen Entwürfen trafen die jeweils betreuenden Professoren eine Auswahl von 31 Arbeiten, die dann zum Wettbewerb eingereicht wurden. Der Wettbewerb findet in Zusammenarbeit mit Nemetschek Allplan statt, die „mit dem Studentenwettbewerb das ziel verfolgt, frische Ideen von Architekturstudenten zu fördern und ihnen den Dialog mit Wissenschaft und Wirtschaft zu ermöglichen“ so Peter Mehlstäubler, Geschäftsführer der Nemetschek Allplan GmbH. Die Jury bestand aus einem Vertreter der Nemetschek Allplan GmbH, einem Vertreter der Hochschulen und Alexander Gutzmer.

Peter Mehlstäubler meinet weiter, dass der Wettbewerb Teil des Engagements für Studenten und Berufseinsteiger sei: „Darüber hinaus profitieren Sie im Allplan Campus Portal von umfangreichen kostenfreien Services rund um die Allplan Software.“. Der Wettbewerb wird im Wintersemester wohl in die dritte Rund gehen.

Die Gewinner des diesjährigen Wettbewerbs sind Peter Weber von der Hochschule Anhalt Dessau, Susanne Reith von der TU München und Stefan Storz von der Universität Stuttgart. Für sie gab es als Zuschuss für ihre noch junge Karriere je 1.000 Euro Preisgeld. Außerdem Sprach die Jury noch vier Anerkennungen und drei Lobende Erwähnungen aus die mit jeweils 325 Euro Preisgeld belohnt wurden.

 

'Bürokratie', Quelle: André Benedix_flickr

Es ist schon ein Dschungel der Paragraphen, in dem wir Deutschen uns zurechtfinden müssen. Dabei sind viele Gesetzestexte so formuliert, dass man sie verschieden interpretieren kann und sie somit von vielen zu ihren Gunsten ausgelegt werden. Oftmals haben solche Grauzonen rechtliche Streite zur Folge. In vielen Fällen hilft dann da nur noch ein richterliches Urteil, um zu schlichten.

Besonders wenn es um Titel geht, muss man in Deutschland spätestens seit der Guttenberg-Affäre ganz vorsichtig sein. Zu Unrecht getragene Auszeichnungen und Namenszusätze können sogar ganze Firmen in Misskredit bringen.

Erst vor Kurzem entschied der Verwaltungsgerichtshof, dass die Bezeichnung „Architekturbüro Baumeister XY“ nicht gegen das Ziviltechnikergesetz verstößt. Die Frage ist natürlich: ab wann darf sich ein Unternehmen als „Architekturbüro“ bezeichnen?

Streitpunkt ist die Frage, inwieweit sich Nicht-Ziviltechniker-ArchitektInnen so nennen dürfen, ohne sich damit einen nicht erlaubten Wettbewerbsvorteil zu verschaffen.

Ein ausgebildeter Baumeister darf seine Firma demnach nicht Architekturbüro nennen, solange er keine ArchitektInnen im Sinne des Ziviltechnikergesetzes beschäftigt – selbst, wenn die Firma Bauplanungs- und Betreuungsleistungen durchführt.

Die unsachgemäße Bezeichnung als Architekturbüro wäre zum einen ein Verstoß gegen §1 UWG (Anwendung „unlauterer Geschäftspraktiken“) und zum anderen ein Vergehen gegen §2 UWG (Täuschung durch „irreführende Geschäftspraktiken“). Man muss ganz ehrlich zugeben, dass diese Gesetzesentwürfe nach vielen Richtungen ausgelegt werden können. Ein Firmenbesitzer sollte sich deshalb vor der Benennung seines Betriebes rechtlichen Beistand suchen und ganz genau prüfen, welche Titel er tragen darf und welche nicht. Allein die falsche Bezeichnung kostet ein Unternehmen Unsummen an Strafgeldern und kann im schlimmsten Fall zum Entzug des Gewerberechtes führen. Natürlich kommt es auch nicht in jedem Falle zur Anklage. Doch gerade, wenn man von scharfer Konkurrenz überschattet wird, sollte man sich absichern. Eine Anzeige hat man schneller am Hals, als man denkt…

Brit Insurance Designs, Quelle: Miles Davis (Smiley)_flickr

In diesem Jahr wurde der renommierte „Brit Insurance Design Award“ für Architektur an ein Architekturbüro in Leipzig namens „KARO* architekten“

Das Team von drei Personen stellte 2009 eine Bibliothek für die Anwohner des Ortsteils Salbke in Magdeburg auf die Beine. Unter dem Namen „Lesezeichen für Salbke“ wurde das Projekt unter anderem aus recycelten Fassadenelementen erstellt, die von einem alten Kaufhaus kommen. Auch Aluformteile stammen von einem ehemaligen Horten-Warenhaus aus Hamm, das im Jahr 2007 abgerissen worden ist.

Magdeburg muss noch immer um seinen Platz in der Gegenwartskultur ringen und bringt wenig Flair mit seiner Block- und Lückenbebauung aus DDR-Zeiten und den immer noch sichtbaren Kriegssschäden. Der Award für das „Lesezeichen“ lässt deshalb ein bisschen frischen Wind zwischen die Häuser wehen. In 2005 noch stand noch eine „Probebibliothek“ von KARO* architekten aus 1000 Bierkisten für zwei Tage dort. Damit sollte erst einmal nur die Resonanz einer solchen Idee festgestellt werden, doch Anwohner führten diese neue Idee mit Begeisterung fort Denn schon in den achtziger Jahren gab es in diesem Ortsteil eine Bücherei, die abbrannte. Diese neue Möglichkeit wurde also gleich beim Schopfe gepackt, das Engagement belohnt und man konnte den Buchbestand mit Hilfe von Spenden in kurzer Zeit weit hinaus wachsen lassen, auf 10 000 Bände.

Schon zwischen Halle und Hoyerswerda befasste man sich mit dem Schrumpfen der Stadt, den Leerständen und der Arbeitslosigkeit, doch hier wurde tatsächlich etwas in die Realität umgesetzt.

Die Londoner Preisjury sah in der Arbeit „eine zum Nachdenken anregende Wiederverwertung“ und die „KARO* architekten“ setzten sich damit von riesigen Hochhäuser und dem Vitra-Haus ab.

 

Architektur, Quelle: moon.god_flickr

Sie umgibt uns überall, doch wie definiert man Architektur eigentlich richtig? Im weitesten Sinne ist es die Auseinandersetzung des Menschen mit gebautem Raum also durch das Planen, Entwerfen und Gestalten von diesem. Es gibt allerdings zahlreiche , feinere Definitionsansätze.

Im engeren Sinne bezieht sich der Begriff Architektur vor allem auf das planvolle Entwerfen von der gebauten Umwelt des Menschen und die Wissenschaft dahinter, ob im Außen- oder Innenbereich. Der sogenannte „klassische Architekturbegriff“ bezieht dabei verschiedene Bedeutungsfacetten mit ein.

Zunächst eben die „Baukunst“ also das Schaffen und Gestalten im ästhetischen Sinne von Bauwerken jeglicher Art. Heute wird der Begriff allerdings ergänzt von der Akademischen Bedeutung des Schaffens von Räumen allgemein. Unter dem klassischen Begriff der Architektur wird weiterhin verstanden: die Bautypologie, die Bezeichnung für das Berufsfeld der Architekten bzw. der Oberbegriff für ihre Werke und zuletzt die Wissenschaft des Bauens, auch als Architektonik bekannt.

Der Begriff Architektur bezog sich jahrhundertelang hauptsächlich auf das Bauen einzelner Bauwerke bzw. den Hochbau und Bau von Gebäudekomplexen und weiter gefasst dann den Städtebau. Das Zusammenspiel von Gebäude und Umgebung wurde zunehmend wichtiger und die Definitionen wurden klarer mit Begriffen wie Landschaftsarchitektur und für die Gestaltung von Innenräumen, der Innenarchitektur.