
TU München, Quelle: heipei_flickr
In diesem Jahr fand zum zweiten Mal der Baumeister Studentenwettbewerb unter dem Motto „Zurück in die Stadt – Bauen in der Lücke” statt, bei dem sich 151 Studenten von verschiedenen deutschen Hochschulen der Aufgabe stellten innerstädtische Baulücken mit innovativen und nachhaltigen Ideen zu füllen und das im Rahmen eines Semesterprojekts. Aus den dabei entstandenen Entwürfen trafen die jeweils betreuenden Professoren eine Auswahl von 31 Arbeiten, die dann zum Wettbewerb eingereicht wurden. Der Wettbewerb findet in Zusammenarbeit mit Nemetschek Allplan statt, die „mit dem Studentenwettbewerb das ziel verfolgt, frische Ideen von Architekturstudenten zu fördern und ihnen den Dialog mit Wissenschaft und Wirtschaft zu ermöglichen“ so Peter Mehlstäubler, Geschäftsführer der Nemetschek Allplan GmbH. Die Jury bestand aus einem Vertreter der Nemetschek Allplan GmbH, einem Vertreter der Hochschulen und Alexander Gutzmer.
Peter Mehlstäubler meinet weiter, dass der Wettbewerb Teil des Engagements für Studenten und Berufseinsteiger sei: „Darüber hinaus profitieren Sie im Allplan Campus Portal von umfangreichen kostenfreien Services rund um die Allplan Software.“. Der Wettbewerb wird im Wintersemester wohl in die dritte Rund gehen.
Die Gewinner des diesjährigen Wettbewerbs sind Peter Weber von der Hochschule Anhalt Dessau, Susanne Reith von der TU München und Stefan Storz von der Universität Stuttgart. Für sie gab es als Zuschuss für ihre noch junge Karriere je 1.000 Euro Preisgeld. Außerdem Sprach die Jury noch vier Anerkennungen und drei Lobende Erwähnungen aus die mit jeweils 325 Euro Preisgeld belohnt wurden.

Ungenutze Ställe, Quelle: maol_flickr
Die ländlichen Regionen haben immer mehr Leerstände zu verzeichnen. Der Strukturwandel hat die Landwirtschaft verändert und nun bleibt ungenutzt, was dafür früher seine Funktion hatte. So gibt es schon in den alten mehrere Zehntausend leer stehende Ställe und Scheunen.
Für die großen Betriebe und Bewirtschaftungstechniken werden moderne Wirtschaftsgebäude gebaut, während zeitgleich traditionelle Bauten verwahrlosen oder abgerissen werden. Einige werden teilweise noch umgenutzt, doch das Bild der Siedlungen und Landschaften wandelt sich. Um darauf aufmerksam zu machen, wurde die Ausstellung „Der nicht mehr gebrauchte Stall“ gemeinsam vom Gelben Haus Flim, dem Voralberger Architektur Institut, Kunst Meran/Merano Arte, La Tour Samedan, dem Bündner Heimatschutz und der Zeitschrift Hochpaterre.
Die Architektur und Soziologie des Stalls in Graubünden, Südtirol und Vorarlberg wurden dabei einmal genauer ins Auge gefasst. Diese gehen nämlich völlig verschieden mit ihren „übrig gebliebenen“ Ställen um, durch Um- oder Neunutzung, aber auch in kultureller und historischer Hinsicht.
Aus der Kette „Sammeln, Jagen, Hüten und Ackern“ entstehen Ställe und sind Kurator Hans Peter Meier zufolge, drei Epochen durchgangen. Zunächst die Epoche der „Stallzeit“ bis nach 1950, wo viele Ställe an den Plätzen entstanden, wo man sie auch heute noch findet. Denn Ställe seien ein „Erbe der Gemeinschaft“. Danach folgte dann die „Stallmoderne“, in der die Ställe, einhergehend mit dem Auftauchen der Datenreihen von Ingenieuren und Ökonomen, die das ganze zu einer rationellen Produktion werden ließen, von Normställen ersetzt werden.
In den 60er Jahren folgten dann weitere Veränderungen durch die neue Weidewirtschaft und den immer größeren Tourismus, wobei Ställe für die Freizeitgestaltung ausgebaut werden mussten. Nach Nostalgie suchend wurden Ställe zum Bankettsaal oder ganz anders auch zum Atelier oder zur Wachsstube- Menschen ersetzen die Tiere darin.
Meier kann sich für die Zukunft verschiedene Entwicklungen vorstellen. So könnte der ländliche Raum an die Metropolen anknüpfen und genauso überladen und bunt werden oder aber als Erholungsraum als Gegenstück zu genau dem genutzt. Die Vision jedoch ist, dass der Stall wieder seiner einstigen Funktion zukommt, als Helfer der Biolandwirtschaft und um alte Traditionen in sich zu wahren.

Brit Insurance Designs, Quelle: Miles Davis (Smiley)_flickr
In diesem Jahr wurde der renommierte „Brit Insurance Design Award“ für Architektur an ein Architekturbüro in Leipzig namens „KARO* architekten“
Das Team von drei Personen stellte 2009 eine Bibliothek für die Anwohner des Ortsteils Salbke in Magdeburg auf die Beine. Unter dem Namen „Lesezeichen für Salbke“ wurde das Projekt unter anderem aus recycelten Fassadenelementen erstellt, die von einem alten Kaufhaus kommen. Auch Aluformteile stammen von einem ehemaligen Horten-Warenhaus aus Hamm, das im Jahr 2007 abgerissen worden ist.
Magdeburg muss noch immer um seinen Platz in der Gegenwartskultur ringen und bringt wenig Flair mit seiner Block- und Lückenbebauung aus DDR-Zeiten und den immer noch sichtbaren Kriegssschäden. Der Award für das „Lesezeichen“ lässt deshalb ein bisschen frischen Wind zwischen die Häuser wehen. In 2005 noch stand noch eine „Probebibliothek“ von KARO* architekten aus 1000 Bierkisten für zwei Tage dort. Damit sollte erst einmal nur die Resonanz einer solchen Idee festgestellt werden, doch Anwohner führten diese neue Idee mit Begeisterung fort Denn schon in den achtziger Jahren gab es in diesem Ortsteil eine Bücherei, die abbrannte. Diese neue Möglichkeit wurde also gleich beim Schopfe gepackt, das Engagement belohnt und man konnte den Buchbestand mit Hilfe von Spenden in kurzer Zeit weit hinaus wachsen lassen, auf 10 000 Bände.
Schon zwischen Halle und Hoyerswerda befasste man sich mit dem Schrumpfen der Stadt, den Leerständen und der Arbeitslosigkeit, doch hier wurde tatsächlich etwas in die Realität umgesetzt.
Die Londoner Preisjury sah in der Arbeit „eine zum Nachdenken anregende Wiederverwertung“ und die „KARO* architekten“ setzten sich damit von riesigen Hochhäuser und dem Vitra-Haus ab.

Highline-Park, Quelle: Vincent J. Brown_flickr
Der Sommer in New York wurde in diesem Jahr mit dem zweiten Teil des Highline-Parks bereichert.
Mit Kosten von 152 Millionen Dollar kommt er einer Hollywood-Filmproduktion nahe. Schon seit der Eröffnung des ersten Teils im Juni 2009, wurden mehr als vier Millionen Besucher in den Park gelockt. Das Projekt verzeichnet Erfolge und dient nicht nur der Erholung seiner Besucher, sondern bringt auch noch eine Menge Geld ein. So spielen schon Städte wie Detroit, Philadelphia, Atlanta oder Chicago mit dem Gedanken, sich ebenfalls einen solch rentablen Park anzuschaffen.
Die New Yorker Stadtverwaltung erwartet in den kommenden 30 Jahren 900 Millionen Steuereinnahmen aus der Highline und private Investitionen von vier Milliarden.
Der Park erstreckt sich nun von der Gansevoort Street bis zur 30th Street und ist insgesamt 1,6 Kilometer lang. Der zweite Teil des Parks hat einen ganz besonderen Charme. Nah an Neubauten und alten Gebäuden ist es ein Fest für Voyeure, die den Bewohnern der Häuser und Condo-Buildings auf den Mittagsteller schauen können.
Auch hier finden sich wieder mehrere Ränge von Holzbänken wie in einem Theater. Doch es gibt auch große Rasenflächen und Abschnitte, die dicht mit Bäumen bepflanzt wurden, um die große Stadt einmal vergessen zu können. Dazwischen liegt angehoben der „Flacone Flyover“, ein Fußgängerweg, der über Pflanzenbeeten verläuft, die man durch die Stahlplatten sehen kann. Außerdem findet sich wieder eine Installation aus einem übrig gebliebenen Rahmen, durch den der Verkehr auf der 10th wie auf einer Kinoleinwand beobachtet werden kann.
Mit Trisha Browns „Roof Piece“, bei dem Tänzer auf Dächern rund um die Highline und den Park aufgestellt waren, die ihre Bewegungen gegenseitig nachahmten, wurde die Eröffnung gefeiert.
Am Ende des grünen Fleckchens wartet auf die Besucher ein Biergarten sowie ein Kunst- und Designkollektiv mit Hüpfburgen und überdimensionalen Bällen für Kinder und Eltern.
Die Instandhaltungskosten werden auf jährlich bis zu 4,5 Millionen Dollar geschätzt. Da bleibt es fraglich, wann oder ob die Überreste der alten Trasse bis hin zur 34th Street, einmal verschönert werden.

Architektur, Quelle: moon.god_flickr
Sie umgibt uns überall, doch wie definiert man Architektur eigentlich richtig? Im weitesten Sinne ist es die Auseinandersetzung des Menschen mit gebautem Raum also durch das Planen, Entwerfen und Gestalten von diesem. Es gibt allerdings zahlreiche , feinere Definitionsansätze.
Im engeren Sinne bezieht sich der Begriff Architektur vor allem auf das planvolle Entwerfen von der gebauten Umwelt des Menschen und die Wissenschaft dahinter, ob im Außen- oder Innenbereich. Der sogenannte „klassische Architekturbegriff“ bezieht dabei verschiedene Bedeutungsfacetten mit ein.
Zunächst eben die „Baukunst“ also das Schaffen und Gestalten im ästhetischen Sinne von Bauwerken jeglicher Art. Heute wird der Begriff allerdings ergänzt von der Akademischen Bedeutung des Schaffens von Räumen allgemein. Unter dem klassischen Begriff der Architektur wird weiterhin verstanden: die Bautypologie, die Bezeichnung für das Berufsfeld der Architekten bzw. der Oberbegriff für ihre Werke und zuletzt die Wissenschaft des Bauens, auch als Architektonik bekannt.
Der Begriff Architektur bezog sich jahrhundertelang hauptsächlich auf das Bauen einzelner Bauwerke bzw. den Hochbau und Bau von Gebäudekomplexen und weiter gefasst dann den Städtebau. Das Zusammenspiel von Gebäude und Umgebung wurde zunehmend wichtiger und die Definitionen wurden klarer mit Begriffen wie Landschaftsarchitektur und für die Gestaltung von Innenräumen, der Innenarchitektur.