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Stadtplanung

Unter den Linden © philipk76 - Fotolia.com

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Die Berliner Prachtstraße schlechthin ist die Allee “Unter den Linden”. Wie der Name schon nahelegt, stehen hier viele prachtvolle Linden. Alles, was Rang und Namen hat, betreibt hier Outlet-Stores und Ladengeschäfte. Für viele Touristen ist die schöne Allee das Ziel, was zuerst angesteuert wird. Nun sorgt eine Ankündigung der Berliner Verkehrsbetriebe, kurz BVG, für Proteste und Fragezeichen: Insgesamt 53 Linden sollen nämlich bis Ende Februar gefällt werden.

Betroffen ist die gesamte Mittelpromenade zwischen der Charlottenstraße und der Glinkastraße. Wann es genau losgeht, ist nach Angaben der BVG noch nicht bekannt. Hintergrund der Aktion sind Vorbereitungen für einen Ausbau der U-Bahnlinie 5. Diese Linie wurde erst vor kurzem eingerichtet und ist die wohl kürzeste und teuerste U-Bahn-Linie in ganz Berlin. Sie führt vom Alexanderplatz zum Brandenburger Tor und ist beinah ausschließlich für Touristen geplant. Denn kaum ein Berliner muss diese Strecke fahren, die ohne die U 5 in der Tat eine heikle Angelegenheit war. Für die kurze Strecke musste man mehrfach die Linie wechseln, was zu einer sehr langen Reisedauer führte.

2019 soll die Erweiterung der nur 2,2 Kilometer langen, aber 433 Millionen Euro teuren Linie abgeschlossen sein. Drei neue Stationen entstehen in den nächsten sieben Jahren, eine davon hält eben auf Höhe der Friedrichstraße auf der Allee “Unter den Linden”. Problematisch ist dieser Bau, weil sich an der Kreuzung die U 5 mit der bereits bestehenden Linie U 6 kreuzen wird. Daher muss mehr als 20 Meter in die Tiefe gebohrt werden.

Natürlich kommen auf die Berliner dadurch wieder krasse Verkehrsbehinderung zu: Die U 6 wird von Juli 2012 bis Oktober 2013 nicht mehr zwischen Friedrichstraße und Französischer Straße verkehren. Ob es einen Ersatzverkehr mit Bussen geben wird, ist fraglich, denn die Strecke kann leicht zu Fuß zurückgelegt werden. Wenn die oberirdischen Arbeiten fertig sind, werden sofort neue Linden gepflanzt. Acht bis zehn Jahre alte Jungbäume werden dann den Platz der alten Silberlinden einnehmen.

 

 arquiplay77 - Fotolia.com

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Nachhaltigkeit, ein Thema, dass im Angesicht des Klimawandels omnipräsent wurde, beschäftigt nicht zuletzt Städteplaner auf der ganzen Welt. Es ist ihnen ein Anliegen die Lebensqualität auf umweltschonende Weise zu verbessern. Beispielhaft voran geht die baden-württembergische Universitätsstadt Tübingen.

Mitten im Schwabenland, ungefähr 20 Kilometer von der schwäbischen Alb entfernt, liegt das Viertel mit der wohl höchsten Lebensqualität Deutschlands. Das Französische Viertel ist Tübingens Vorzeigeprojekt, was Stadtplanung angeht und dient mittlerweile vielen anderen Städten als Vorbild.

Es zeichnet sich vor allem durch kurze Wege zwischen Wohnung und Arbeit aus. Trotz dichter Bebauung setzten die Architekten auf viel Grün und kinderfreundliche Umgebung. Durch diese Bauweise wird nicht nur die Lebensqualität der 2500 Bewohner gesteigert. In der ohnehin schon ökologisch-bewussten Stadt mit grünem Bürgermeister wird durch dieses Viertel enorm die Umwelt entlastet. Anfahrtswege zur Arbeit sind hinfällig, alles kann mit dem Rad oder zu Fuß erledigt werden. 

Studien aus den USA beweisen, dass fußgängerfreundliche Städte auch eine höhere Lebenserwartung ihrer sportlichen Bürger zu Folge haben. Anscheinend regt die frische Luft auch das Verhalten in Tübinger Schlafzimmern an, denn im französischen Viertel werden mehr Kinder gezeugt, als in allen anderen Teilen der Stadt.

Das Vorzeigeprojekt hat längst Städte wie Mannheim, Lausanne oder Straßburg inspiriert. Eifrig sind die Stadtplaner am werkeln, um auch in ihrer Stadt das Konzept der verringerten Anfahrtswege durchzusetzen. 

Auch international lässt sich ein Trend erkennen. Die Stadt der Moderne ist nicht mehr auf umweltschädigenden Verkehr ausgerichtet. Die Maxime heißt nun ökologisch nachhaltig und familiengerecht. 

Bestes Beispiel für die Umsetzung dieses Trends ist Kolumbiens Hauptstadt Bogotá. Hier soll ab 2015 zu Hauptstoßzeiten des Berufverkehrs das Autofahren komplett verboten werden. Hunderte Kilometer an Bürgersteigen, Radwegen und verkehrsberuhigten Bereichen wurden geschaffen um die Stadt, die an ihrem Verkehr fast erstickt, zu entlasten. 

Stadtautobahn A100, Foto: elmada_flickr

Stadtautobahn A100, Foto: elmada_flickr

Das Vorhaben einer Regierung in Rot-Grün in Deutschlands Hauptstadt gilt nun als gescheitert. Eine Koaltition zwischen SPD und Grünen kam auf Grund von Differenzen über den Ausbau der Stadtautobahn A100 nicht vorhanden. Bürgermeister Wowereit sieht nun Verhandlungen mit der CDU entgegen.

Der SPD-Landes- und Fraktionschef Müller gab bekannt, dass die Zustimmung dafür mit großer Mehrheit und ohne Gegenstimmen erfolgte. Schon vor der Sitzung des Landesvorstands zeigte sich Landes- und Fraktionsvorsitzender der CDU, Frank Henkel, offen gegenüber Koalitionsverhandlungen.

Diese Versuche zwischen SPD und Grünen, scheiterten schon nach nur einer Stunde. Als Begründung für das rasche Ende, wurden „unüberbrückbare Differenzen über den Ausbau der Stadtautobahn A100“ genannt. Außerdem sähe man keine gemeinsame Basis, um weitere Verhandlungen fortzuführen. Auf Seiten beider Parteien hätte man ernsthaft versucht, eine solche zu finden, doch sei man an diesem Vorhaben gescheitert, so Bürgermeister Wowereit.

Die Grünen bedauern das schnelle Ende der Koalitionsverhandlungen, wobei die Vorsitzenden der Partei, Bettina Jarasch und Daniel Wesener, eindeutig Wowereit die Verantwortung dafür zuschreiben. Man habe der SPD ein Angebot vorgelegt, mit der sie nicht habe „leben können“. Ihrer Meinung nach standen auch andere Themen als die A100 zur Debatte. Weitere Entscheidungen wollte man bis zur nächsten Bundestagswahl 2013 abwarten und sagte zu, bei gegebenen Umständen den Weiterbau bis zur Sonnenallee in Neukölln zu akzeptieren. Der Bürgermeister hielt dieses Thema jedoch nicht für verhandelbar. Dieser sieht die Haltung gegenüber der geplanten Autobahn als eine Frage der Einstellung gegenüber der Berliner Infrastruktur im Allgemeinen.

Sowohl Grüne, als auch Berliner Jungsozialisten äußern sich weiterhin mit Kritik und Enttäuschung gegenüber des Beschlusses und schreiben das Scheitern einzig dem Unwillen Wowereits und Müllers zu. Das Einstellen der Gespräche mit den Grünen, halten sie für eine „eigenmächtige“ Handlung.

Verkehr in Berlin, Foto: jester.berlin_flickr

Verkehr in Berlin, Foto: jester.berlin_flickr

Was die Verminderung von Feinstaub angeht, ist Berlin europaweit Spitze. Unter Feinstaub versteht man besonders kleine Partikel in der Luft, die ein Gesundheitsrisiko darstellen. Denn anders als grobe Partikel wird Feinstaub nicht von den Schleimhäuten in Nase und Rachen zurückgehalten. Feinstaub entsteht hauptsächlich durch das Verbrennen fossiler Stoffe: Etwa in Kraftwerken, im Straßenverkehr, in der Landwirtschaft oder in Privathaushalten durch alte Heizungen. Zu den gesundheitlichen Risiken durch zu hohe Feinstaub-Belastung gehören Allergien, Lungenkrebs, Asthma und andere Atemwegsbeschwerden. Auch Auswirkungen auf Herz und Kreislauf bis hin zum Herzinfarkt werden vermutet.

In den letzten fünf Jahren reduzierte die Deutsche Hauptstadt ihre Feinstaub-Emissionen um mehr als die Hälfte. Hauptgrund für diese Entwicklung ist die konsequente Einführung der Umweltzone. Wer mit besonders emissions-starken PKW durch die Berliner Innenstadt kurven will, muss dafür ordentlich zahlen.

Die Zahlen gehen zurück auf eine kürzlich veröffentlichte Studie vom BUND, dem Naturschutzbund NABU, dem Verkehrsclub Deutschland CVD und der Deutschen Umwelthilfe DUH. Sie untersuchten die Maßnahmen von 17 Großstädten zur Ruß-Eindämmung seit 2005, als die Europäische Union erstmals verbindliche Grenzwerte für Feinstaub gesetzlich festlegt hatte. Eigentlich sollten viel mehr Städte untersucht werden, aber zahlreiche eingeladene Städte beteiligten sich leider nicht und übergaben keine Zahlen an die Forscher. Nach Berlin teilen sich Kopenhagen und Stockholm den zweiten Platz, dicht gefolgt von Zürich und Wien auf dem dritten Platz. Verlierer der Studie sind Rom, Mailand, Düsseldorf und Stuttgart.

Neben dem Einrichten von Umweltzonen und der Pflicht zum Einbau eines Dieselpartikel-Filters sind die Förderung des öffentlichen Nahverkehrs und des Fahrradverkehrs wichtige Maßnahmen zur Reduzierung von Ruß in der Atemluft. In Berlin verdoppelte sich der Anteil der Fahrräder am Verkehr in zehn Jahren auf 13 Prozent, während der Anteil von PKW um sechs Prozent sank. Doch auch der Gewinner der Studie hat noch viel Handlungsbedarf: Städte wie Kopenhagen mit stolzen 40 Prozent Fahrradverkehr oder Stockholm mit 50 Prozent öffentlichem Nahverkehr machen vor, was noch alles möglich ist.