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Architektur

© PXW - Fotolia.com

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Die Schweiz ist ein Land, welches in Europa und auch gerade in Deutschland sehr bekannt ist und sich viele Klischee-Vorurteile gefallen lassen muss. Besonders oft im Gespräch ist dabei wohl vor allem die Möglichkeit, dort seinen Reichtum unversteuert an Banken anzulegen und zweitens die Neutralität der Schweiz. So ist diese eigentlich neutral zu allem, das hat sie in der Geschichte in vielen Kriegssituationen bewiesen und ebenso bei Bündnissystemen wie etwa der EU, bei der sie lieber außen vor bleiben.

Und so scheint sich die Schweiz auch neutral gegenüber der Architektur im eigenen Land zu verhalten. Erstaunlich ist nämlich, dass man in der Schweiz in den letzten Jahrzehnten einen deutlichen Prozess beobachten konnte. Dabei handelt es sich um die Zersiedelung von einzelnen Gebieten. Dies führt dazu, dass gerade das Zentrum der Schweiz von vielen kleinen Siedlungen durchzogen ist und es keine wirkliche Metropole gibt. Dieser Fakt sorgt dafür, dass jede Gemeinde für sich entscheidet und wirtschaftet und sich überregionalen Entscheidungen gegenüber versperrt. Dies hat zur Folge, dass in diesen Räumen kaum Veränderungen, sprich Fortschritte, vorgenommen werden, da man sich auf nichts einigen kann.

Die Schuld daran gibt man nun den Schweizer Architekten. So hat die Schweiz in der Tat einige große Architekten hervor gebracht, die in der ganzen Welt bedeutende Bauten geplant haben. Nur im eigenen Land scheinen sie nichts bewegen zu wollen. So hat man sich dort in den letzten Jahren immer zurück gehalten und eigentlich nur kritisiert, ohne wirklich konstruktive Vorschläge zu tätigen.

Bei diesem Prozess ist auch keine Änderung in Sicht, sodass sich die Schweiz wohl weiter zu einem Gebiet mit vielen kleinen Siedlungen entwickeln wird. Dies scheint ein ganz klarer Fall zu sein, in dem so manche Entscheidung von einer einzigen Person abhängig ist: Denn genug fähige Leute sind vorhanden, es brauch eben nur einen Initiator, der alle mit einander verbündet und für ein Projekt begeistert. Ob dies jedoch geschehen wird, ist fraglich.

 Roman Sakhno - Fotolia.com

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Der “Staatspreis Architektur 2012″ wurde von Seiten des Wirtschaftsministeriums ausgeschrieben. Zentraler Gegenstand des Wettbewerbs soll der Bereich der Architektur in Verwaltung und Handel sein. Darin sind sämtliche Neu- und Umbauten, aber auch Erweiterungsbauten mit eingeschlossen, die diesen Bereich betreffen. Dabei kann es sich vom Supermarkt bis zum Bürogebäude um alles handeln, was seit 2006 in Betrieb genommen wurde.

Der Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner wünscht sich eine weitläufige Teilnahme und betonte in diesem Rahmen bereits die wichtige Rolle der Standorte für Verwaltung und Handel als Schauplatz des Berufs- und Alltagslebens. Dabei sei es von besonderer Bedeutung, eine Atmosphäre der Kommunikation und Kreativität zu fördern, die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zu professioneller Arbeit motiviert. Auch die Bedürfnisse der Kunden müsse man hier beachten, da es nicht mehr nur darum ginge, ein ansprechendes Produkt, sondern auch ein entsprechendes Umfeld für dessen Präsentation zu kreieren. So will man sich also genauer mit den Bauten aus Verwaltung und Handel befassen, um sie entsprechend auszuzeichnen.

Noch bis zum 20. Februar des kommenden Jahres können Unterlagen beim Wirtschaftsministerium eingereicht werden, wobei sich die Zuordnung zu einem der beiden betreffenden Bereiche nach der überwiegenden Nutzung des Gebäudes richten wird. Zu den möglichen Anwärtern auf den Staatspreis Architektur zählen beispielsweise Verwaltungs- und Handelsbetriebe sowie Developer von Verwaltungs- und Handelsobjekten. Doch auch Architekten und Zivilingenieure für Hochbau oder Planungsbefugte gemäß der Architektenverordnung sind einreichberechtigt. 

Alle zwei Jahre wird der Staatspreis Architektur vergeben, wobei sich die Bereiche abwechselnd jeweils auf Tourismus und Freizeit, Industrie und Gewerbe oder, wie im nächsten Jahr, auf neue Arbeitswelten in Verwaltung und Handel beziehen.

 

 arquiplay77 - Fotolia.com

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Nachhaltigkeit, ein Thema, dass im Angesicht des Klimawandels omnipräsent wurde, beschäftigt nicht zuletzt Städteplaner auf der ganzen Welt. Es ist ihnen ein Anliegen die Lebensqualität auf umweltschonende Weise zu verbessern. Beispielhaft voran geht die baden-württembergische Universitätsstadt Tübingen.

Mitten im Schwabenland, ungefähr 20 Kilometer von der schwäbischen Alb entfernt, liegt das Viertel mit der wohl höchsten Lebensqualität Deutschlands. Das Französische Viertel ist Tübingens Vorzeigeprojekt, was Stadtplanung angeht und dient mittlerweile vielen anderen Städten als Vorbild.

Es zeichnet sich vor allem durch kurze Wege zwischen Wohnung und Arbeit aus. Trotz dichter Bebauung setzten die Architekten auf viel Grün und kinderfreundliche Umgebung. Durch diese Bauweise wird nicht nur die Lebensqualität der 2500 Bewohner gesteigert. In der ohnehin schon ökologisch-bewussten Stadt mit grünem Bürgermeister wird durch dieses Viertel enorm die Umwelt entlastet. Anfahrtswege zur Arbeit sind hinfällig, alles kann mit dem Rad oder zu Fuß erledigt werden. 

Studien aus den USA beweisen, dass fußgängerfreundliche Städte auch eine höhere Lebenserwartung ihrer sportlichen Bürger zu Folge haben. Anscheinend regt die frische Luft auch das Verhalten in Tübinger Schlafzimmern an, denn im französischen Viertel werden mehr Kinder gezeugt, als in allen anderen Teilen der Stadt.

Das Vorzeigeprojekt hat längst Städte wie Mannheim, Lausanne oder Straßburg inspiriert. Eifrig sind die Stadtplaner am werkeln, um auch in ihrer Stadt das Konzept der verringerten Anfahrtswege durchzusetzen. 

Auch international lässt sich ein Trend erkennen. Die Stadt der Moderne ist nicht mehr auf umweltschädigenden Verkehr ausgerichtet. Die Maxime heißt nun ökologisch nachhaltig und familiengerecht. 

Bestes Beispiel für die Umsetzung dieses Trends ist Kolumbiens Hauptstadt Bogotá. Hier soll ab 2015 zu Hauptstoßzeiten des Berufverkehrs das Autofahren komplett verboten werden. Hunderte Kilometer an Bürgersteigen, Radwegen und verkehrsberuhigten Bereichen wurden geschaffen um die Stadt, die an ihrem Verkehr fast erstickt, zu entlasten. 

© Chlorophylle - Fotolia.com

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In einer Werkschau in der Londoner Barbican Art Gallery präsentiert sich derzeit das Rotterdamer Büro um Rem Koolhaas. Mehr als 36 Jahre lang schreibt er schon mit seinem “Office For Metropolitan Architecture”, kurz OMA, Architektur-Geschichte. Bekannt ist das niederländische Architektur-Büro vor allem für seine komplex verschachtelten Entwürfe.

Als Koolhaas gemeinsam mit zwei Kollegen 1975 in London das OMA gründete, ging es mehr um radikale Ideen und träumerische Utopien als um realistische Entwürfe, die auch umgesetzt werden sollten. Erst, als das Büro nach Rotterdam umzog, kam es zu der ersten Realisierung eines ihrer Projekte: Das Theater des Nederlands Danse Theater in Den Haag, dem Regierungssitz der Niederlande, das auch von ineinander verschachtelten Formen und Elementen dominiert wird. Um den experimentel-theoretischen Ansatz der ehemaligen Denkfabrik nicht zu verlieren, gründete Koolhaas die AMO, die sich auch Gedanken zu Politik und Mode macht und weiter Utopien entwerfen darf.

Interessanterweise suchte das OMA nicht selbst die Ausstellungsstücke zusammen. Nach einer selbst kurierten Werkschau in der Berliner Neuen Nationalgalerie im Jahr 2003 entschieden sich die Niederländer diesmal, ein externes Design-Büro mit der Auswahl der Exponate zu beauftragen. Kein leichter Job für “Rotor” aus Brüssel: Monatelang mussten sie die auf der ganzen Welt verstreuten Büros von OMA besuchen und in Archiven herumwühlen. Das Ergebnis kann sich sehen lassen und zeigt einen interessanten Blick auf die Architekten des OMAs, die ja eigentlich einst gar keine Architekten sein wollten.

Die Werkshow in London ist nicht wirklich ein Zufall: Denn zeitgleich eröffnen die ersten beide Bauten OMAs in Großbritannien. Einmal das kleine Krebszentrum Maggie’s Centre in Glasgow und das für die Niederländer sehr schlichte Hauptquartier der Privatbank NM Rothschild in der Innenstadt Londons. Derweil steht das erste Bauwerk des OMAs, der Bau des niederländischen Tanztheaters, kurz vor dem Abriss.

Vierscheibenhaus, Foto von Claus Moser/flickr.com

Vierscheibenhaus, Foto von Claus Moser/flickr.com

Vor 50 Jahren begann alles mit dem deutschen Wirtschaftswunder im Januar 1961. Das damals größte Bauvorhaben Europas startete zu dieser Zeit mit dem Jacobsen-Gebäude. Inspiriert vom Thyssen-Haus in Düsseldorf, setzte sich das „Vierscheibenhaus“ im Wettbewerb damals gegen seine Konkurrenten durch.

Da in der City Nord nur etwa 40 Meter hoch gebaut werden durfte, brachte Jacobsens Projekt vier Scheiben hervor, um sie flach zu halten.

Im März 1969 wurde dann eröffnet, wobei Jacobsen in Gedanken schon neue Ideen formte. So errichtete er für die HEW ein 13-stöckigen Neubau von 153 Metern Länge. Mittig und seitlich mit Scheiben versehen, auch Zwischenräume verglast und schmale Bausteine aus hellem Naturstein kamen hier zum Einsatz. Die Fensterscheiben aus bronziertem Glas spiegeln, je nach Betrachtungswinkel und Sonneneinstrahlung die verschiedensten Farben und Strukturen.

Das erste Hochhaus mit nicht tragender Glasfassade wurde 1958 von Mies van der Rohe errichtet; Jacobsen verwendete Gleiches im Kopenhagener SAS Hotel und von den Bewohnern zum hässlichsten Bau der Stadt gewählt.

Das HEW-Gebäude gehört heute Vattenfall und ist für flexible Büros ausgerichtet. Empfangen werden seine Besucher von einem Steinboden, Tresen und Wandpaneelen aus Birnbaum und blauen Säulen. Die Arbeitszimmer hielt Architekt Jacobsen in kühlen Tönen. Im Untergeschoss öffnet sich die Kantine durch eine Glaswand zum Garten und auch ein im Foyer allseitig verglastes Auditorium, das “Aquarium” genannt wird. Glaszylinder in Deckenhöhe sorgen dabei  für Tageslicht. Parallel zum Haus befinden sich Terassen und akkurate Rasenflächen mit zu Kuben geschnittetenen Hecken.

 

Hier zeigt sich ein weiteres Mal, Jacobsen war Perfektionist und liebte die Ordnung. Manchmal arbeitete er über ein Jahr lang an einem Stuhlentwurf und ordnete seine Tassen in exakt gleicher Achse an.

Der striktenn Ordnung sei Dank, dass man Jacobsens größtem Werk in der Hamburger City Nord das Alter von über 40 Jahren nicht ansieht. Auch ist es das letzte Werk des Architekten, dessen Vollendung er noch miterleben durfte.