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Mitten im Schwabenland, ungefähr 20 Kilometer von der schwäbischen Alb entfernt, liegt das Viertel mit der wohl höchsten Lebensqualität Deutschlands. Das Französische Viertel ist Tübingens Vorzeigeprojekt, was Stadtplanung angeht und dient mittlerweile vielen anderen Städten als Vorbild.
Es zeichnet sich vor allem durch kurze Wege zwischen Wohnung und Arbeit aus. Trotz dichter Bebauung setzten die Architekten auf viel Grün und kinderfreundliche Umgebung. Durch diese Bauweise wird nicht nur die Lebensqualität der 2500 Bewohner gesteigert. In der ohnehin schon ökologisch-bewussten Stadt mit grünem Bürgermeister wird durch dieses Viertel enorm die Umwelt entlastet. Anfahrtswege zur Arbeit sind hinfällig, alles kann mit dem Rad oder zu Fuß erledigt werden.
Studien aus den USA beweisen, dass fußgängerfreundliche Städte auch eine höhere Lebenserwartung ihrer sportlichen Bürger zu Folge haben. Anscheinend regt die frische Luft auch das Verhalten in Tübinger Schlafzimmern an, denn im französischen Viertel werden mehr Kinder gezeugt, als in allen anderen Teilen der Stadt.
Das Vorzeigeprojekt hat längst Städte wie Mannheim, Lausanne oder Straßburg inspiriert. Eifrig sind die Stadtplaner am werkeln, um auch in ihrer Stadt das Konzept der verringerten Anfahrtswege durchzusetzen.
Auch international lässt sich ein Trend erkennen. Die Stadt der Moderne ist nicht mehr auf umweltschädigenden Verkehr ausgerichtet. Die Maxime heißt nun ökologisch nachhaltig und familiengerecht.
Bestes Beispiel für die Umsetzung dieses Trends ist Kolumbiens Hauptstadt Bogotá. Hier soll ab 2015 zu Hauptstoßzeiten des Berufverkehrs das Autofahren komplett verboten werden. Hunderte Kilometer an Bürgersteigen, Radwegen und verkehrsberuhigten Bereichen wurden geschaffen um die Stadt, die an ihrem Verkehr fast erstickt, zu entlasten.